Eine Ausstellungs-Konzeption parallel zu den
XXIX. Olympischen Sommerspielen in Beijing (C )

1. Anlass
2. Inhalte
3. Haltung
4. Realisation
5. Austellungskonzeption
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1. Anlass

Im Sport werden die Grenzen körperlicher Leistungsfähigkeit durchbrochen, kollektive Sehnsüchte
freigesetzt und Mythen geboren. Die Kunst greift diese Themen auf, befragt sie kritisch, transformiert
sie und bindet sie vielfach zurück in Fragen ästhetischer, historischer, gesellschaftspolitischer oder
philosophischer Art.
Während Sport mit seinem Regelwerk auf Erfüllung angelegt ist, durchbricht, überschreitet Kunst
Regeln und schöpft von hier aus neu.
Kunst trifft auf Sport und das Ereignis Olympische Spiele in Peking. Die Impulse der Öffnung, die
gesellschaftlich und politisch in China mit den Olympischen Spielen weiter forciert werden, nehmen wir
deutlich war und versuchen diesen Impuls in unserem offenen angelegten System unseres Kunst-
verständnisses zu transformieren.
Um diesem Bedeutungskonglomerat, Ereignis Olympische Spiele in China, gerecht zu werden, kann
nur eine Mehrschichtigkeit von künstlerischen Ausdrucksformen konsequenterweise folgen.

2. Inhalte

Das Ausstellungsprojekt ‚colours of fine arts’ konkretisiert die künstlerische Perspektive in
der:
   -   Interpretation der Olympischen Ringe und ihrer Farben
   -   Einbindung künstlerischer Inhalte aus den fünf Erdteilen
   -   Nutzung der Schale als einer Hauptikone asiatischer Kultur
       Transformierung des Kreises in die dritte Dimension
   -   Teilhabe an der einen Welt, des einen Traumes ‚one world one dream‘
   -   Schaffung eines ‚Über-Raumes’ - transparent, diaphan, als ein alles übersteigender Moment

3. Haltung

Das Projekt ‚colours of fine arts’ bereitet auf der Basis dieses interkulturellen Austausches
eine Ereignisplattform für einen dialogischen Prozess. Globale Wertschätzung als künstlerischer
Prozess, in dem Wichtiges und zu Kommunizierendes interkulturell sich ereignen kann.
‚colours of fine arts’ ist prozesshaftes, in sich offen angelegtes Kunst- und Ausstellungsprojekt, das
durch die gelebten Kulturen der Welt genährt wird.

4. Realisation

Zeitrahmen:

   -   Aufbau: 1. bis 7. August 2008
   -   Präsentation: 8. bis 24. August 2008
   -   Abbau: 25. bis 27. August 2008

Ort:
Mit der China Central Academy of fine Arts (CAFA) www.cafa.com.cn konnte die bedeutsamste
Akademie Chinas, mit internationaler Studenten- und Lehrerschaft, als Partner für die Ausrichtung der
Veranstaltung in Beijing, gefunden werden. Eine schriftliche Zusage des leitenden Vizepräsidenten liegt
vor.
Für das Kunst- und Ausstellungsprojekt steht hier ein öffentlich zugängliches Hochschulgebäude mit
diversen Raumoptionen für die Dauer von ca. 4 Wochen zur Verfügung, das als Arbeits- und
Ausstellungsfläche für das Projekt genutzt werden kann.

Logistik:
Für die teilnehmenden Künstler steht eine Unterbringungsmöglichkeit in hochschuleigenen Unterkünften
zur Verfügung.
Die benötigte Transportlogistik wird durch die Zusammenarbeit mit der Speditionsfirma Schenker, dem
internationalen deutschen Co-Partner der Deutschen Olympia-Mannschaft, gewährleistet.

5. Ausstellungskonzeption

Die Künstler- und Künstlerinnen diese Projektes sind in lokalen, nationalen und internationalen
Netzwerken tätig.
Hierbei sind Hochschulen, freie künstlerische Zusammenschlüsse und Kunst-Zentren bevorzugte Säulen
eines vielgliedrigen künstlerischen Austauschs. Vorlage und Ausgangspunkt für die künstlerische
Konzeption sind die fünf olympischen Ringe. Jene Kreise, die die fünf Erdteile in ihren fünf Farben, ihrer
inneren Verbundenheit repräsentieren - sind die symbolische Darstellung ihrer Teilhabe am Ganzen,
der einen Welt, des einen Traumes - ‚one world one dream’.

In Analogie zu diesem Weltbild erfinden wir ein Haus als topographisches Ensemble. Das Haus besteht
aus fünf Inhaltsebenen mit einem zusätzlichen Über-Raum. Die Farbebenen gewinnen ihre Identität in
der gedanklichen Kodierung ihrer Bedeutungsebenen. Icons und Farbgebung symbolisieren jeweils
einen thematischen Makrokosmos getrennt in Farbe, Räumlichkeit, Klang, Bild und Ereignis.
Direktes Transportmittel aller Aktivitäten, Performances, Konzerte und Kunstaktivitäten ist die Schale,
Ikone und Focus asiatischer Kultur.

Jedes erwähnte Kunst-Genre, unterschiedlich vertreten auf jeder Haus-Etage, ist Teil einer offen
ablaufenden Dynamik. Während jeder Etage, nach innen und außen sichtbar, eine der fünf olympischen
Farben zugeordnet ist, entsteht in einer 6. Etage der Über-Raum als ‚weißer Raum’. In ihm kulminieren alle fünf Farben in einer transparenten, diaphanen Ebene. Ein Zustand, der prozesshaft entsteht,
zerfällt, vergeht und wieder geboren wird und der zugleich unsere Haltung, künstlerisches Schöpfen
und momentanes Gestalten als Prinzip unseres Tuns umschreibt.